Hartlauer – Fachkräfte durch den zweiten Bildungsweg gewinnen

Good Practice

Neue Wege gegen den Fachkräftemangel: Hartlauer zeigt, wie Qualifizierung am zweiten Bildungsweg erfolgreich gelingt.

Fotocredit: Hartlauer

Lebenserfahrung als Erfolgsfaktor

Fa. Hartlauer setzt seit rund 15 Jahren auf den zweiten Bildungsweg – besonders in der Ausbildung von Hörgeräteakustiker:innen. Dieser Beruf erfordert neben fachlicher Kompetenz und Verkaufsgeschick auch ein hohes Maß an Empathie und persönlicher Reife – vor allem im Umgang mit älteren Kund:innen.

Gerade in diesem Beruf sind neben fachlichem Know-how auch Empathie, Kommunikationsfähigkeit und persönliche Reife gefragt – Eigenschaften, die viele Menschen mit Berufserfahrung bereits mitbringen.

„Wir nutzen bewusst die Möglichkeit, am zweiten Bildungsweg auszubilden und schaffen so neue Perspektiven – gerade auch für Menschen mit reicher Lebenserfahrung – für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft.“
Bernhard Arbeiter, Personalleiter Hartlauer

Zwei Drittel der angehenden Hörgeräteakustiker:innen kommen über das AMS, ein Drittel aus dem eigenen Unternehmen. Die Ausbildung dauert 18 Monate. 

Die Ausbildung ist klar strukturiert und verbindet Theorie, Praxis und digitale Lernformate: Eine Basisausbildung (3–6 Monate) mit Modulen, E‑Learning und Abschlussprüfung bildet den Einstieg. Es folgen theoretische Blöcke über WIFI bzw. die Optik- und Hörgeräteinitiative sowie eine 18‑monatige Spezialisierung in der Hörgeräteakustik, die stark praxisorientiert im Arbeitsalltag erfolgt. Begleitet werden die Teilnehmer:innendurch Fachausbildner:innen direkt in den Filialen. 

Ergänzt wird die Ausbildung durch moderne Lernorte wie die Hartlauer Akademie in Kronstorf und die Ausbildungswerkstätte in Steyr/Tabor, die optimale Rahmenbedingungen für praxisnahes Lernen bieten. Flexible Modelle ab 25 Wochenstunden ermöglichen zudem eine Teilnahme auch in unterschiedlichen Lebenssituationen. 

Ein wichtiger Zugang zur Ausbildung ist die Arbeitsplatznahe Qualifizierung (AQUA) des AMS. Sie verbindet praktische Arbeit im Unternehmen mit theoretischer Ausbildung, bietet finanzielle Unterstützung während der Qualifizierungsphase und ist gezielt auf einen konkreten Arbeitsplatz ausgerichtet. Damit schafft AQUA eine Brücke zwischen Arbeitsuche und nachhaltiger Beschäftigung.

Fazit

Das Modell von Hartlauer ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie arbeitsmarktpolitische Instrumente wie AQUA in Kombination mit praxisnaher Ausbildung, starken Kooperationen und flexiblen Rahmenbedingungen nachhaltige Qualifizierung und neue Perspektiven ermöglichen.